Überbetonung der Störung
Krisen sind keine Krankheit, persönliche Fragen sind keine Symptome einer Störung.
Die meisten Menschen, die sich derzeit in Deutschland einer Psychotherapie unterziehen oder auf der Suche nach einem Psychotherapeuten sind, haben weder eine wirkliche psychische Störung noch sind sie krank.
Die Gründe, die in eine Psychotherapie führen sind zu über 90%:
1. Sinnkrisen
2. Konkrete Konflikte
3. Schwierigkeiten mit der eigenen Stimmungssteuerung
Diese Themen haben oft Auswirkungen, die dann z.B. als „depressives Syndrom“, „Angststörung“, „Burn-out-Syndrom, oder „Anpassungsstörung“ diagnostiziert werden. Die scheinbar exakten medizinisch-psychologischen Diagnosen verdecken aber nur die Themen, um deren Klärung es geht.
Es besteht kein Zweifel, dass zur Klärung von persönlichen Fragestellungen oft eine Gesprächsarbeit hilfreich ist. Hierfür ist aber ein völlig anderer Blickwinkel erforderlich, als ihn die übliche Psychotherapie einnimmt.
Die Tatsache, dass ein Mensch, der sich auf der Suche nach Lösungen für konkrete Fragen, Konflikte oder Probleme befindet, hierfür zunächst als gestört oder krank erklärt werden muss hat fatale Auswirkungen:
- Es führt zu einer unnötigen und schädlichen Schwächung des betreffenden Menschen
- Der Therapeut übernimmt die Verantwortung für das „Therapieren“ einer Störung, die gar keine ist. Dieser Verantwortung kann er nicht gerecht werden kann, da der betreffende Mensch die Fragestellung sowieso in Eigenverantwortung lösen muss.
- Der Umgang mit den oben genannten Fragestellungen wird in das Korsett einer Krankenkassen-Psychotherapie gesteckt, was zum Beispiel bedeutet, dass die üblicherweise bewilligten 25 oder 50 Therapiestunden auch gefüllt werden wollen, obwohl erfahrungsgemäß viele Fragestellungen oft nach 3 bis 5 gezielt geführten Gesprächssitzungen vom ratsuchenen Menschen zunächst hervorragend alleine weiter bearbeitet werden können.
Die Überbetonung der Störung ist auch Folge eines veralteten Gehirnmodells.