Logomedizin - Medizin und Sinn

    

Psychosomatik-Kritik           

Die Psychosomatik als Teilgebiet der Medizin sieht die Ursache vieler körperlicher Symptome und Erkrankungen in psychischen Störungen und versucht, diese zu behandeln.

Der Blickwinkel der Logomedizin ist ein völlig anderer: Übereinstimmung mit der Psychosomatik besteht darin, dass das Denken, das Fühlen und die körperlichen Abläufe eines Menschen untrennbar miteinander verbunden sind. Logomedizin fragt aber im Gegensatz zur Psychosomatik nach den Sinnzusammenhängen von Erkrankungen oder Krisen und geht davon aus, dass Erkrankungen oder Krisen typischerweise dann auftreten, wenn Neues möglich ist, das aber von dem betreffenden Menschen noch nicht bewusst gesehen, angewendet oder gestaltet wird.

Zwei Beispiele für diesen vielleicht etwas ungewohnten Gedanken:

1. Im Rückblick auf eine überwundene Partnerschaftskrise stellen beide Partner fest, dass sie in Zusammenhang mit der Überwindung der Krise einen neuen, respektvolleren und liebevolleren Umgang miteinander entwickeln konnten und dadurch alte, beziehungsstörende Umgangsweisen hinter sich gelassen haben.
Es gehörte also bereits zum Sinnzusammenhang der Krise, dass beiden der
neue Umgang grundsätzlich möglich
war.

Erst im Rahmen der Krise konnte der Blick hierfür frei werden und die irrtümlichen Anteile des bisherigen Umgangs als solche erkannt werden.

Eine reine Ursachensuche, z.B. durch gegenseitige Schuldzuweisung oder durch „psychoarchäologische Ausgrabungsarbeiten“ bei den einzelnen Partnern hätte den Blick in eine völlig andere Richtung gelenkt.

2. Eine Patientin bemerkt, dass ihre Ekzeme (es könnte sich aber auch um Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Bauchprobleme oder andere Symptome handeln ) sich oft dann verschlechtern, wenn sie sich überfordert fühlt. Nachdem sie sich zunächst längere Zeit als Opfer der belastenden Umstände gesehen hat, stellt sie fest - auch durch logomedizinische Gedanken angeregt - dass sie die betreffenden Situationen in wesentlich größerem Umfang selbst mitgestalten kann, als sie es zunächst gedacht hatte, und dass dadurch das Überforderungsempfinden und auch die betreffenden Symptome gar nicht mehr im früheren Umfang auftreten.

Die Suche nach psychischen Störungen als Ursache hätte zu einer unnötigen Selbstbelastung und zu einer zeitaufwendigen Beschäftigung mit unterschiedlichsten Problemthemen geführt, die eine wirkliche Lösung eher behindert hätte.  

Eine detaillierte kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten und dem Menschenbild der heute üblichen Psychosomatik und Psychotherapie finden Sie auf den nächsten Seiten.