Logomedizin - Medizin und Sinn

  

Gesundheit - Krankheit

Die meisten Menschen haben im Umgang mit ihren Erkrankungen ein zwiespältiges Verhältnis:

Einerseits gibt es meist ein klares Empfinden dafür, dass eine Erkrankung einen Bezug zur eigenen Person hat, zumindest die Frage nach diesem Bezug ist anwesend und sei es nur in Form der Aussage „ich kann mir gar nicht erklären, dass ich gerade jetzt...“

Andererseits bietet sich die heutige Medizin in Arztpraxen und Krankenhäusern als Anlaufstelle für Krankheiten an, die dort meist isoliert von der Person des Patienten diagnostiziert und behandelt werden. Die persönlichen Aspekte sind bei diesem Vorgehen sogar oft eher störend.

Die Versuchung ist groß, den Körper wie ein kaputtes Auto reparieren lassen zu wollen und die hierfür notwendigen Schritte dem Experten zu überlassen. Um ein guter Autofahrer zu sein, muss ich ja auch nicht die Feinheiten der Zündelektronik kennen, ich muss nicht mal wissen, dass es so etwas wie Zündelektronik überhaupt gibt. Wie praktisch wäre es, wenn auch in Bezug auf den eigenen Körper der Fachmann mit den notwendigen Medikamenten oder Eingriffen alles wieder in Ordnung bringen würde.


Diese
reduktionistische Sichtweise
auf unseren Körper und damit auf uns als Menschen scheint so einfach zu sein und hat einen erstaunlich hohen Grad an stillschweigender gesellschaftlicher Übereinkunft erreicht. Sie hat allerdings einige gravierende Nachteile:

-         Sie ist unzutreffend: Der menschliche Körper funktioniert nicht wie eine Maschine. Wir reagieren auf die Ereignisse in unserer Umgebung nicht wie ein Automat, sondern sind meistens vor eine Wahl gestellt. Die Entscheidungen, die wir treffen, können bewusst oder unterbewusst motiviert sein, in jedem Fall wirken sie sich auch körperlich aus und beeinflussen damit das innere Gleichgewicht, das mit Gesundheit und Krankheit eng verbunden ist.  
 

-      Sie funktioniert nicht: Trotz vieler Möglichkeiten der heutigen Medizin wächst die Anzahl der Probleme, die eine technisierte Medizin nicht lösen kann. Die Zahl der chronisch Erkrankten nimmt zu, nicht gelöste psychische Probleme stehen immer häufiger im Vordergrund, an den Nebenwirkungen von Medikamenten oder medizinischen Maßnahmen sterben in Deutschland mehr Menschen als in Folge von Verkehrsunfällen.


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Sie bleibt unbefriedigend: Das eingangs erwähnte Empfinden für den Zusammenhang zwischen einer Erkrankung und der eigenen Person lässt sich nicht dauerhaft übergehen. Die Faktoren, die eine Erkrankung begünstigen, führen auch in anderen Lebensbereichen zu Unzufriedenheit oder Schwierigkeiten. Erst ein aktiver Umgang mit diesen Themen kann Probleme lösen und Erkrankungen den Boden entziehen.


Um einem verbreiteten Missverständnis vorzubeugen:
 Erkrankungen 
sind nie die Folge von persönlicher Schuld oder persönlichem Versagen.


Die unbewussten Abläufe, die an jeder Erkrankung beteiligt sind, sind Folge von frühen und frühesten Erfahrungen im Leben eines Menschen, die er gerade nicht selbst verursacht hat. Auch der Versuch einer „Schuldklärung“ in der Vergangenheit hilft nicht weiter. Erkrankungen bieten aber die Gelegenheit, durch zusätzliches Wissen und Erkenntnisse, gerade auch über eigene gesunde Möglichkeiten, diesen unbewussten Abläufen nicht mehr ausgeliefert zu sein, sondern in erweitertem Maß bewusst gestaltend aktiv zu werden. 
 


Für das logomedizinische Vorgehen bedeutet das:

-         Der Mensch mit seinen Symptomen oder Erkrankungen wird in die Entscheidungen über diagnostische Schritte oder Behandlungsmaßnahmen aktiv mit einbezogen.

-         Eine Erkrankung kann nur verstanden werden, wenn sie im konkreten Sinnzusammenhang des betreffenden Menschen und seiner Lebenssituation gesehen wird.

-         Der Patient benötigt verstehbare und nachfühlbare Informationen über die biologisch-physiologischen Aspekte des Zustandekommen seiner Symptome. So kann es ihm möglich werden, eigene Wahrnehmungen und Beobachtungen in Zusammenhang mit seinen Symptomen zu bringen und selbst weiterzudenken.  
 

-          Die spezifisch logomedizinische Perspektive liegt darin, eigene Änderungsmöglichkeiten zu erkennen, die den Gesundungsverlauf positiv beeinflussen können.

-         Da Erkrankungen oft gerade deshalb entstehen, weil der Blick auf diese Änderungsmöglichkeiten verstellt ist, ist ein weitergehendes Gesprächs- und Beratungsangebot zur Klärung dieser Zusammenhänge im Rahmen der Logoberatung hilfreich.